Management Jobs
Die gegenwärtige Finanzkrise ist, bezogen auf die Zunft der Manager, auch eine
Vertrauenskrise. So wurden die, seit Jahren ohnehin verhassten Manager, nun endgültig zu den Beelzebuben der
wirtschaftlichen Misere. Management und Misswirtschaft – zwei Begriffe, zwischen denen manch einer nun einen
untrennbaren Zusammenhang sieht. Und wenn man bedenkt, dass Manager als wichtige Führungskräfte fragwürdige
Entscheidungen treffen, die auf kurzfristigen Gewinn, hohe Provisionen und wenig mehr abzielen, dann kann man den
Unmut in der Bevölkerung schon verstehen.
Doch was zeichnet Management Jobs eigentlich aus? Was genau tut ein wirtschaftlicher
Manager? Manager verschreiben sich allem voran der Gewinnmaximierung ihrer Kapitalgeber. Und diese Kapitalgeber
sind Unternehmer, die ihre Firmen mittels eines Managements auf Vordermann bringen wollen. Ein Manager selbst ist
also keineswegs ein Unternehmer im eigentlichen Sinne, auch wenn dies häufig fälschlicherweise angenommen wird. Ein
Manager soll viel mehr als Trouble-Shooter und kluger Kopf für Verbesserungen sorgen. Während dem klassischen
Unternehmer der gesunde Werdegang seines Unternehmens auf lange Sicht am Herz liegt, hat der Manager die unliebsame
Aufgabe, schnelle Umsätze zu schaffen. Das wird erreicht, indem primär die Produktivität angekurbelt wird und
Kosten eingespart werden. Im Zuge dessen kommt es dann auch nicht selten zu Entlassungen, um Personalkosten
einzusparen. Diese, wie man immer so gerne sagt, “unpopulären“ Entscheidungen bescheren den verantwortliche
Managern dann nicht selten eine Provision. Es ist insbesondere dieser Sachverhalt aus kühler Berechnung, in dem
einzelne Menschen nichts weiter als kalkulierbare Größen sind, und dem persönlichen Profit daraus, der aus Managern
recht unbeliebte Zeitgenossen gemacht hat. Da kippt die jetzige Finanzkrise nur weiteres Wasser auf diese sich
ohnehin kräftig drehenden Mühlen.
Doch ganz so einfach ist es dann auch nicht. Denn Fakt ist, dass Manager auch nur dort
schalten und walten, wo man sich ihrer Dienste bedient. Wenn ein Unternehmer, der sonst als gutherziger Patriarch
gilt, einen Manager beschäftigt und dessen Methoden nicht hinterfragt, dann verspricht er sich ja auch etwas davon.
Die jetzige Finanzkrise und die horrenden Gehälter, die man sich in Führungsebenen zuschiebt, sind also keineswegs
nur auf dem Mist der Manager gewachsen. Diese gehören nur zu den offensichtlichsten Profiteueren und unliebsamen
Entscheidungträgern und Vollstreckern.
Welche Auswüchse das annehmen kann, zeigt folgendes Beispiel: So kam man im Jahr 2002 noch
mit bescheidenen 30 Millionen auf die Liste der 25 am besten bezahlten Hedge-Fonds Manager. Nur fünf Jahre später
war dies erst ab 360 Millionen Euro möglich – zwölfmal so viel! Manch einer fragt sich da doch, was diese Herrn
denn bitte Übersinnliches leisten, um derart privilegiert zu werden.
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