Management Des Stahlwerks Krupp zur NS Zeit

Stahl
Zur zeit der Nationalsozialisten hat sich die Führung des Krupp Stahlwerkes nicht gerade mit Ruhm bekleckert. So hat sich der Stahlhersteller nicht nur mit den widerlichen Umständen des Dritten Reichs arrangiert, sondern sogar noch kräftig Profit daraus geschlagen.

Das einstige, kleine Familienunternehmen (Krupp war einer der ersten Stahlhersteller überhaupt in Deutschland) wurde im 19. Jahrhundert zum führenden Stahlhersteller auf deutschem Boden und zu einem der größten Stahlwerke Europas. Einzig und allein der Stahlhersteller Thyssen war noch größer als Krupp. Jedoch genoss Krupp bereits vor dem Ersten Weltkrieg großes Vertrauen im Kaiserhaus. Dadurch wurde Krupp zum führenden Waffenhersteller der Deutschen im Ersten Weltkrieg. Es wurden mitunter auch Kriegsschiffe von Krupp hergestellt (tja, vom gemeinen
Edelstahlrohr bis zur Bismarck war es kein allzu weiter Weg). Nach und nach expandierte das Unternehmen und verleibte sich kleinere Gießereien und Stahlbetriebe ein. Die Stahlindustrie insgesamt war übrigens stark am siegreichen Ausgang des Ersten Weltkriegs interessiert. Mitunter wurden Gebietsansprüche auf Eisenerz-reiche Gegenden für den Fall des Sieges formuliert. Der trat aus deutscher Sicht jedoch nicht ein.

Im Zweiten Weltkrieg war Krupp nicht nur wieder der führend Waffenhersteller auf deutscher Seite. Man war auch tête-à-tête mit der Führungsriege der Nazis. Adolf Hitler selbst gastierte mehrfach in der Villa der Krupps. Gustav Krupp von Bohlen und sein Sohn Alfried wurden zu Wehrwirtschaftsführern ernannt. Der Staus der Krupps während der Nazizeit war also von fragwürdigem Prestige.

Finanziell war die NS-Zeit ein Segen für die Krupps. Sie bekamen nicht nur am laufenden Band Aufträge, um neue Waffen und Munition herzustellen. Sie bekamen auch billige Arbeitskräfte. Schätzungsweise 25.000 Zwangsarbeiter mussten während des Regimes für Krupp arbeiten. Auch diesen Umstand nutzt Krupp sträflich aus.

Doch ab 1943 bekam Krupp die Schattenseite des Krieges zu spüren. Von da an wurden die Stahlwerke zu zielen der alliierten Bomber. Etwa zwei Drittel der Produktionskapazitäten wurden zerstört. Was nach Kriegsende noch übrig war, wurde zum Großteil als Reparationskosten ins Ausland geschafft. Alfried Krupp musste sich bei den Kriegsverbrecher-Prozessen in Nürnberg verantworten und wurde zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Jedoch kam er bereits 1951 wieder frei. Sein Sohn Friedrich wandelte die Firma 1967 in eine Stiftung um und entsprach somit dem Willen seines Vaters Alfried. Unter die Geschichte von Krupp als familiengeführtes Unternehmen wurde somit ein Schlussstrich gesetzt. Seit 1999 sind Krupp und Thyssen fusioniert. Doch während diese Namen früher noch für riesiges Wachstum und Wirtschaftsmacht standen, ist von diesem elitären Ruf nichts mehr geblieben.

Der Zustand, in dem sich die Thyssen Krupp AG momentan befindet, bezeichnet den Zustand der gesamten Stahlindustrie. Einerseits ist Stahl zu wichtig und bislang unersetzlich, als dass die Produktion überflüssig würde. Andererseits ist der Markt bereits gesättigt. Während Krupp zum Zeitpunkt der Industrialisierung noch vom wachsenden Bedarf profitieren konnte und Edelstahlrohr,
Rohrschelle, Stoßstange und Panzer gleichermaßen herstellen konnte, gibt es heute keinen Boom mehr. Man ist nicht mehr so abhängig von der Stahlindustrie wie früher.